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Gerichtsverhandlung in Wiesbaden/Betrug mit Werbgeldern: „Projekt Südtirol“ unter VerdachtVor dem Wiesbadener Landgericht wurde heute ein Gerichtsverfahren gegen zwei frühere Werbemanager eröffnet, bei dem es um mutmaßlichen Betrug mit Werbegeldern in der Höhe von über 50 Millionen Euro geht. Wie der Landtagsabgeordnete der Union für Südtirol, Andreas Pöder, mitteilt, spielt auch die Südtirol-Marketing-Gesellschaft SMG sowie die Werbegelder aus Südtirol und die Verbindungen zur Werbeagentur Zoffel-Hoff (heute Zoffel Steiger) eine wichtige Rolle bei den Ermittlungen. Hauptangeklagter ist der frühere Manager der Werbeagentur Aegis Aleksander Ruzicka – mit der die Werbeagentur Zoffel Hoff (heute Zoffel-Steiger) eng zusammengearbeitet hat.
Ruzicka war auch in Verbindung mit der SMG in Bozen (logierte u.a. auf Kosten der SMG im Bozner Hotel Laurin), und hatte angeblich mit dem umstrittenen Südtiroler Dachmarken-Deal mit der Berliner Agentur MetaDesign zu tun. In der Südtiroler Tourismusmarketingbranche spricht man sogar davon, dass Ruzicka den Deal sogar eingefädelt hat.
Bei der Gerichtsverhandlung geht um ein mutmaßliches Betrugsvolumen von 52 Millionen Euro (nähere Angaben siehe unten). Laut Ermittlungs- und Gerichtsakten betreffen fast 10 Millionen Euro Gelder, die an oder über die Werbeagentur Zoffel Hoff geflossen sind und davon 4,5 Millionen Euro, die aus Südtirol (SMG) stammen. Mit 38 Transaktionen im Zusammenhang mit Zoffel-Hoff soll Aegis Media um fast 10 Millionen Euro betrogen worden sein: Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Gelder über die ehemalige Wiesbadener Werbeagentur Zoffel Hoff Partner in die Taschen der Angeklagten und weiterer Beschuldigter geflossen sind. Die Agentur Zoffel Hoff (Einer der Partner war der heutige CDU-Europaminister in Hessen) hat für die Hessen-CDU sowie für die Südtiroler Volkspartei. Wahlkämpfe gemanagt. Mit den Vorzeichen "Projekt Südtirol" wurden etliche der fraglichen 38 Geldtransaktionen begründet. Das Verfahren hatte bereits im Vorfeld für Aufregung gesorgt, weil der frühere Werbeagenturleiter Volker Hoff (Partner von Rainhard Zoffel bei Zoffel-Hoff – heute Zoffel-Steiger) mittlerweile CDU-Europaminister in Hessen ist. In Südtirol hat der Unions-Landtagsabgeordnete, Andreas Pöder, bereits im Sommer letzten Jahres und in der Folge Wiederholt auf das Ermittlungsverfahren sowie Details und offene Fragen aufmerksam gemacht. In der Folge hat Pöder Dutzende Anfragen an die Landesregierung gestellt. Zoffel-Hoff war im Vorfeld und im Landtagswahlkampf 2003 Werbeagentur der SVP, erhielt in der Folge lukrative Aufträge der SMG und der Sparkasse, ist selbst und durch die vor kurzem umbenannte Niederlassung in Bozen Werbeagentur der Landesregierung, insbesondere der Ressorts Widmann. Die Bozner Staatsanwaltschaft hat vor einigen Monaten ebenfalls Ermittlungen über die Geschäftsgebarung der SMG aufgenommen. Dabei soll es um Veruntreuung von Geldern gehen. Es wurde sogar eine Sonderkommission eingesetzt. Wie Pöder mittlerweile in Erfahrung bringen konnte, wird in Bozen jedoch auch im Zusammenhang mit der Wiesbadener Betrugsaffäre ermittelt und es wird untersucht, ob Gelder aus dem Werbekuchen in den Südtiroler Landtagswahlkampf geflossen sind und inwieweit dies mit den Transaktionen unter dem Begriff „Projekt Südtirol“ zu tun hatte. Von Bozen aus wurde auch ein Rechtshilfeansuchen an die Wiesbadener Staatsanwaltschaft gerichtet. Auch die Untersuchungen der Finanzwache, die wiederholt bei der SMG vorstellig wurde, bezogen sich unter anderem auf einige Fragen dieser Ermittlungen. Zoffel und sein früherer Geschäftspartner Volker Hoff haben jahrelang als Medien- und Werbeagentur für die SVP gearbeitet und dann in Südtirol in der Folge immer wieder lukrative Aufträge vom Land, von der Sparkasse und insbesondere von der SMG erhalten. So hat die Zoffel-Agentur unter anderem im Rahmen der externen Berateraufträge des Landes 38 Aufträge im Umfang von 268.000 Euro erhalten. Zoffel und Hoff stand in Geschäftsbeziehungen mit der Firma Aegis Media, deren ehemaliger Manager Aleksander Ruzicka im Zentrum der Ermittlungen und der Gerichtsverhandlung steht. Die heutige Agentur Zoffel-Steiger hat weiterhin einen Werbevertrag mit der Südtirol Marketing Gesellschaft, der im Jahr 2006 bis 2009 für rund 2,5 Mio. Euro abgeschlossen wurd. Der Handel mit Fernseh-Werbezeiten, den die Firma Aegis Media betreibt, war nach Überzeugung der Wiesbadener Staatsanwaltschaft für ehemalige Mitarbeiter besonders lukrativ: Über Tarnfirmen und Scheinrechnungen sollen sie Millionenbeträge in die eigene Tasche gewirtschaftet haben – die Staatsanwaltschaft Wiesbaden geht mittlerweile von 52 Millionen Euro veruntreuten Geldern aus. Dabei soll es um einen Handel mit so genannten Freispots im Fernsehen gehen, also kostenlosen Fernsehspots die im Zuge von größeren bezahlten Aufträgen von Fernsehsendern Medienagenturen sozusagen als Provision oder „Preisnachlass“ überlassen werden. Auch der Handel mit Zeitungs-Anzeigen soll dabei eine Rolle gespielt haben. Beim Handel mit den freien Fernsehwerbezeiten sollen Mitarbeiter der Firma Media Aegis rund 52 Mio. Euro über Tarnfirmen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Gegen Reinhard Zoffel von der mittlerweile zur Zoffel Steiger Gruppe umbenannten Agentur wird laut Informationen aus Deutschland und laut Medienmeldungen wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt. Der heutige Hessische CDU-Europaminister Volker Hoff und Rainhard Zoffel leiteten bis 2006 die Werbeagentur "Zoffel Hoff Partner" (ZHP). Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft sollte ZHP als "eine Art Durchlaufstation für Geldflüsse" der Werbeagentur Aegis Media gedient haben. Hauptbeschuldigter ist Aleksander Ruzicka, einer der früheren Chefs des Werbeunternehmens Aegis Media. Er sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft. Laut neuen Informationen ist nun auch die Bestof Myworld AG ins Visier der Ermittler geraten, über die auch das erfolglose und gescheiterte Portal bestof-suedtirol betrieben wurde, an dem sich die SMG und das Land Südtirol mit Steuergeldern beteiligten. ZHP hatte 2004 den Auftrag erhalten, für Südtirol zu werben. Frühere Mitarbeiter der Werbeagentur schilderten nun einem Journalisten des Wiesbadener Kuriers, nach ihrem Eindruck sei die Bestof Myworld AG eigens für diesen Auftrag gegründet worden. Der Belegschaft sei Bestof als Unterorganisation präsentiert worden. In Südtirol war Reinhard Zoffel als derjenige aufgetreten, der die Kampagne im Auftrag der Bestof AG nach außen präsentiert. Er hatte damals die Finanziers der Bestof nicht nennen wollen. Die Aktiengesellschaft hat in den Jahren 2004 und 2005 Werbezeiten im Wert von 6,4 Millionen Euro platziert. Für die ZHP-Mitarbeiter in Wiesbaden schien dieser Auftrag - nach einer Kampagne für die Deutsche CDU Mitte der 90er Jahre sowie etwas später für die CDU in Nordrhein-Westfalen und dann für die SVP in Südtirol ein sehr lukrativer Auftrag zu sein. Immerhin hatte die Agentur für die Südtirol-Kampagne Reinhold Messner engagiert. Nach Schilderung der früheren Mitarbeiter war bei ZHP bekannt, dass die Werbezeiten für den Südtirol-Auftrag von den Aegis-Töchtern HMS und Carat stammten. Pöder mutmaßt nun, dass Südtirol an dem in Deutschland ins Visier der Ermittler geratenen Deal mit Gratis-Fernsehspots beteiligt war, ob wissentlich oder unwissentlich muss erst geklärt werden. „Jedenfalls sind aus Südtirol Millionen in Richtung Zoffel und auch Gelder für die Bestof-Geschichte geflossen.“ Einige interessante Details am Rande sind: • Die Agentur Zoffel wurde vor den Landtagswahlen 2003 auf Betreiben des damaligen Parteisekretär Thomas Widmann als SVP-Agentur engagiert • Zoffel hat auch Widmanns persönliche Werbung organisiert • In der Folge hat die Agentur Zoffel in Südtirol bzw. ihre Niederlassung in Bozen einige lukrative Aufträge erhalten, so unter anderem bei der Sparkasse • Die Bozner Niederlassung wurde kürzlich umbenannt. • Seit Thomas Widmann Landesrat ist, erhält die Zoffel-Agentur und ihre Südtiroler Niederlassen immer wieder Aufträge aus dem Widmannressort - von 2004 bis 2006 38 Aufträge im Rahmen der externen Beraterverträge • Ein Beispiel http://www.ruecksicht-hat-vorfahrt.info/cms/de/2/3481.htm • Die SMG hat mit energischer Zustimmung Widmanns die Agentur Zoffel und deren Partnerunternehmen u.a. in der Schweiz mit lukrativen Verträgen und Aufträgen bedacht – die letzte Vertragserneuerung war 2006 für einen Vertrag bis 2009 • Auch die Vinschgerbahn-Werbekampagne wurde Anfangs von Zoffel getragen Nähere Erläuterung: Die Südtirol Marketing Gesellschaft hat wiederholt über Zoffel im deutschen Fernsehen Werbungen geschaltet. Das erfolglose Internetportal bestofsuedtirol.de war eines dieser Projekte. Die SMG hat immer wieder mit der „günstigen“ Werbemöglichkeit in Deutschland „geprahlt.“ Um die potenziellen Südtirol-Urlauber auf ihre Homepage zu locken, kaufte die Bestof AG für zwei Jahre Werbezeiten bei deutschen Privatsendern an. 10 Prozent davon zahlte die SMG – das waren im Jahhr 2004 rund 390.000 Euro und 2005 200.000 Euro. Das Projekt ist gescheitert. Damals argumentierte sogar SMG-Chef Engl, dass die Verbindung TV und Internet nicht klappte. Wer die restliche Summe bezahlte ist unklar. Niemand konnte bisher darüber Aufklärung geben. Ob es sich dabei um Freispots handelt, die über Südtirol verkauft wurden und für welches die SMG Steuergelder bezahlt hat ist unklar – darüber werden Ermittlungen angestellt. Pöder: „Die Frage ist, ob über Südtirol die Freispot-Fernsehwerbezeiten versilbert wurden. Und die Frage ist, woher die Gelder für die restlichen 90 Prozent stammen und ob es diese Gelder überhaupt gegeben hat.“ Mittlerweile hat man mit der Zoffel Steiger Gruppe wiederum ein solches Projekt gestartet (wie teuer?): www.mein-berg.de – mit Fernsehwerbung im deutschen Fernsehen. Pöder kritisiert, dass diese Projekte einen fragwürdigen oder mehr als dürftigen Erfolg haben. Werbespots im deutschen Fernsehen könnte die SMG auch auf direktem Wege buchen oder dafür noch mit viel Geld irgendwelche Internetportale - die von der bestofmyworld ag oder von zoffel organisiert werden – zu finanzieren. Der Handel mit Fernseh-Werbezeiten, den die Firma Aegis Media betreibt, war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft für drei ehemalige Mitarbeiter besonders lukrativ: Über Tarnfirmen und Scheinrechnungen sollen sie Millionenbeträge in die eigene Tasche gewirtschaftet haben – die Staatsanwaltschaft Wiesbaden geht mittlerweile von 52 Millionen Euro veruntreuten Geldern aus. Dabei soll es um einen Handel mit so genannten Freispots im Fernsehen gehen, also kostenlosen Fernsehspots die im Zuge von größeren bezahlten Aufträgen von Fernsehsendern Medienagenturen sozusagen als Provision oder „Preisnachlass“ überlassen werden. Auch der Handel mit Zeitungs-Anzeigen soll dabei eine Rolle gespielt haben.Beim Handel mit den freien Fernsehwerbezeiten sollen Mitarbeiter der Firma Media Aegis rund 52 Mio. Euro über Tarnfirmen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Gegen Reinhard Zoffel von der mittlerweile zur Zoffel Steiger Gruppe umbenannten Agentur wird laut Informationen aus Deutschland und laut Medienmeldungen wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt. Der heutige Hessische CDU-Europaminister Volker Hoff und Rainhard Zoffel leiteten bis 2006 die Werbeagentur "Zoffel Hoff Partner" (ZHP). Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft sollte ZHP als "eine Art Durchlaufstation für Geldflüsse" der Werbeagentur Aegis Media gedient haben. Hauptbeschuldigter ist Aleksander Ruzicka, einer der früheren Chefs des Werbeunternehmens Aegis Media. Er sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft. Ruzicka ist übrigens begeisterter Jäger, in Deutschland sagt man ihm nach, er genieße in Südtirol Jagdprivilegien. Vor über einem Jahr tauchten die Namen Zoffel und Hoff bei den Ermittlungen, die schon seit geraumer Zeit laufen auf. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Zoffel eingeleitet. Das Unternehmen Aegis - das pro Jahr ein Werbevolumen von 1,6 Milliarden Euro hat kauft im großen Stil Werbezeiten etwa bei privaten Fernsehsendern ein, mit dem Risiko auf einem Teil der Zeiten sitzen zu bleiben. Dieses Risiko honorieren die Sender mit großzügigen Rabatten, die Aegis zum Teil an seine Kunden weiter gibt. Die Agentur von Zoffel Hoff und Partner war eine der Aegis-Kunden, das Volumen lag angeblich bei bis zu acht Millionen Euro pro Jahr. Dem Anonymus ist das nicht entgangen. Es wird vermutet, dass die Aegis-Tochter Carat allein im Jahr 2004 Werbefreizeiten im Wert von zwei Millionen Euro an die Werbeagentur gegeben. Allein die Weitergabe rabattierter Werbezeiten von Aegis/Carat an Zoffel und Hoff wäre nichts Unrechtes gewesen. Bedenklich wäre dies erst, wenn die von Aegis mit Werbefreizeiten bedachte Agentur Gewinne machte mit den Rabatten. Für Südtirol relevant ist, ob Südtiroler Stellen bewusst oder unbewusst bei einem solchen Handel eine Rolle spielten.
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