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Bauernbund: Bauern zahlen auch Gehalt Obmann MayrDie Bauernvertreter Anna Mair Steger (Ortsbäurin in Prettau), Ernst Delueg (Gemeinderat in Pfitsch) Irma Greif (Bäurin, Montan)und Franz Gritsch (GR in Naturns und ausgetretenes Bauernbundmitglied) bestätigen die Kritik des Landtagsabgeordneten der UNION FÜR SÜDTIROL, Andreas Pöder, an den Tarifen des Südtiroler Bauernbundes für Dienstleistung.Die Bauern müssen dem Bauernbund zwischen 600 und 1.000 Euro im Jahr für Mitgliedsbeitrag, die Abfassung von Gesuchen, Steuererklärung und Führung von Lohnbuch und Mehrwertsteuerregister bezahlen. Das ist insbesondere für Bergbauern eine ungerechtfertigte Belastung.
Anna Mair bestätigt, dass sich immer mehr Bauern über die hohen Zahlungsforderungen des Bauernbundes aufregen. Franz Gritsch unterstreicht, dass er bereits vor Jahren aus diesem und anderen Gründen, den Bauernbund verlassen hat und die bürokratischen Dienstleistungen von einem Freiberufler erledigen lässt, billiger und besser als beim Bauernbund.
Ernst Delueg und Irma Greif zeigen sich erbost über die Reaktion von Bauernbundobmann Georg Mayr, der offenbar die Bauern als Melkkühe des Bauernbundes und nicht als Mitglieder einer Standesvertretung betrachtet. Die vier Bauernvertreter unterstützen den Landtagsabgeordneten Andreas Pöder in seiner Forderung, nach günstigeren Dienstleistungen mehr standespolitischem Einsatz des Bauernbundes. Der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder wird zusammen mit mehreren Bauern ein Schreiben an den Bauernbund verfassen, um die Situation nochmals zu erläutern und den Bauernbund zum Einlenken zu bewegen. Pöder: „Der Bauernbundobmann erhält über 80.000 Euro jährlich als Amtsentschädigung für seine Obmannschaft. Ich respektiere auch seinen Einsatz als Bauernbundobmann, aber die Art und Weise, wie er die Proteste der Bauern gegen die hohen Tarife abwiegelt, zeigt seine Distanz zu den Sorgen der kleinen Bauern. Jemand der über 80.000 Euro für eine an und für sich ehrenamtliche Obmanntätigkeit kassiert und natürlich noch privat ein Zusatzeinkommen hat kann offenbar nicht unbedingt nachvollziehen, wenn sich ein Bauer darüber beschwert, dass er beim Bauernbund zwischen 600 und 1.000 Euro für das ohnehin computergestützte Ausfüllen von ein paar Zetteln bezahlen muss. Mehr Distanz zur Parteipolitik und mehr Nähe zu den Bauern täte der Bauernbundführung gut. Der Bauernbund sollte die Bauern von der Bürokratie entlasten, verdient aber gerade an der Bürokratie viel Geld. Es gibt immer mehr Bergbauern, die um die ohnehin spärlichen Beiträge gar nicht erst ansuchen, weil die Bauernbundtarife einen großen Teil des Beitrages wieder ´aufzehren´.“ Pöder erneuert auch die Forderung nach der Gründung eines eigenen Bergbauernringes innerhalb des Bauernbundes als Standesvertretung der Bergbauern. Beispiel für die Zahlungen eines kleinen Milchbauern an den Bauernbund in den bisherigen Monaten 2005: Lohnbuchhaltung Betreuung Lohnbüro 770 31 Euro + 20% Mwst = 37,20 Mitgliedsbeitrag 2005: 75,00 Euro Mehrwertsteuer-Registerführung 255,00 Euro + 20% Mwst. = 306,00 Euro Steuererklärung Unico 2005, Bezugsjahr 2004 54,00 Euro + 20% Mwst= 306 Euro Abfassen Erklärung Wertschöpfungssteuer Irap 26,00 Euro + 20% Mwst =96,00 Euro Gesuchserstellung Einheitsprämie - Einheitsprämie 15,00 Euro + 20% Mwst - Grundbeitrag Beratung 45,00 Euro + 20% Mwst. - Milchprämie 20,00 Euro + 20% Mwst. Gesamt Einheitsprämie: 96,00 Euro Gesamtbetrag bis heute: 610,20 Euro.
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