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Zoffel-Hoff/SMG/Widmann: Neue ErkenntnisseNeue Erkenntnisse gibt es laut dem Landtagsabgeordneten der Union für Südtirol, Andreas Pöder, in der Affäre um die Ermittlungen gegen den Mitgesellschafter der Wiesbadener Werbeagentur, Zoffel Hoff Partner – ZHP (heute Zoffel Steiger Gruppe), Reinhard Zoffel, eine Agentur die auch aus Südtirol Aufträge in Millionenhöhe erhalten hat und erhält. Die Ermittlungen laufen im Rahmen einer von der Wiesbadener Staatsanwaltschaft vermuteten Betrugsaffäre um das Werbeunternehmen Aegis und Gratis-Fernsehspots, die verkauft wurden. Zoffel stand in enger Geschäftsbeziehung mit Aegis und einem Tochterunternehmen Carat.
Laut neuen Informationen ist nun auch die Bestof Myworld AG ins Visier der Ermittler geraten, über die auch das erfolglose und gescheiterte Portal www.bestof-suedtirol.com betrieben wurde, an dem sich die SMG und das Land Südtirol mit Steuergeldern beteiligten.
ZHP hatte 2004 den Auftrag erhalten, für Südtirol zu werben. Frühere Mitarbeiter der Werbeagentur schilderten nun einem Journalisten des Wiesbadener Kuriers, nach ihrem Eindruck sei die Bestof Myworld AG eigens für diesen Auftrag gegründet worden. Der Belegschaft sei Bestof als Unterorganisation präsentiert worden. In Südtirol war Reinhard Zoffel als derjenige aufgetreten, der die Kampagne im Auftrag der Bestof AG nach außen präsentiert. Er hatte damals die Finanziers der Bestof nicht nennen wollen. Die Aktiengesellschaft hat in den Jahren 2004 und 2005 Werbezeiten im Wert von 6,4 Millionen Euro platziert. Für die ZHP-Mitarbeiter in Wiesbaden schien dieser Auftrag - nach einer Kampagne für die Deutsche CDU Mitte der 90er Jahre sowie etwas später für die CDU in Nordrhein-Westfalen und dann für die SVP in Südtirol ein sehr lukrativer Auftrag zu sein. Immerhin hatte die Agentur für die Südtirol-Kampagne Reinhold Messner engagiert. Nach Schilderung der früheren Mitarbeiter war bei ZHP bekannt, dass die Werbezeiten für den Südtirol-Auftrag von den Aegis-Töchtern HMS und Carat stammten. Pöder mutmaßt nun, dass Südtirol an dem in Deutschland ins Visier der Ermittler geratenen Deal mit Gratis-Fernsehspots beteiligt war, ob wissentlich oder unwissentlich muss erst geklärt werden. „Jedenfalls sind aus Südtirol Millionen in Richtung Zoffel und auch Gelder für die Bestof-Geschichte geflossen.“ Einige interessante Details am Rande sind: • Die Agentur Zoffel wurde vor den Landtagswahlen 2003 auf Betreiben des damaligen Parteisekretär Thomas Widmann als SVP-Agentur engagiert • Zoffel hat auch Widmanns persönliche Werbung organisiert • In der Folge hat die Agentur Zoffel in Südtirol einige lukrative Aufträge erhalten, so unter anderem bei der Sparkasse • Seit Thomas Widmann Landesrat ist, erhält die Zoffel-Agentur und ihre Südtiroler Niederlassen immer wieder Aufträge aus dem Widmannressort - von 2004 bis 2006 38 Aufträge im Rahmen der externen Beraterverträge • Ein Beispiel http://www.ruecksicht-hat-vorfahrt.info/cms/de/2/3481.htm • Die SMG hat mit energischer Zustimmung Widmanns die Agentur Zoffel und deren Partnerunternehmen u.a. in der Schweiz mit lukrativen Verträgen und Aufträgen bedacht – die letzte Vertragserneuerung war 2006 für einen Vertrag bis 2009 • Auch die Vinschgerbahn-Werbekampagne wurde Anfangs von Zoffel getragen Nähere Erläuterung: Die Südtirol Marketing Gesellschaft hat wiederholt über Zoffel im deutschen Fernsehen Werbungen geschaltet. Das erfolglose Internetportal bestof-suedtirol.com war eines dieser Projekte. Die SMG hat immer wieder mit der „günstigen“ Werbemöglichkeit in Deutschland „geprahlt.“ Um die potenziellen Südtirol-Urlauber auf ihre Homepage zu locken, kaufte die Bestof AG für zwei Jahre Werbezeiten bei deutschen Privatsendern an. 10 Prozent davon zahlte die SMG – das waren im Jahhr 2004 rund 390.000 Euro und 2005 200.000 Euro. Das Projekt ist gescheitert. Damals argumentierte sogar SMG-Chef Engl, dass die Verbindung TV und Internet nicht klappte. Wer die restliche Summe bezahlte ist unklar. Niemand konnte bisher darüber Aufklärung geben. Ob es sich dabei um Freispots handelt, die über Südtirol verkauft wurden und für welches die SMG Steuergelder bezahlt hat ist unklar – darüber werden Ermittlungen angestellt. Pöder: „Die Frage ist, ob über Südtirol die Freispot-Fernsehwerbezeiten versilbert wurden. Und die Frage ist, woher die Gelder für die restlichen 90 Prozent stammen und ob es diese Gelder überhaupt gegeben hat.“ Mittlerweile hat man mit der Zoffel Steiger Gruppe wiederum ein solches Projekt gestartet (wie teuer?): www.mein-berg.de – mit Fernsehwerbung im deutschen Fernsehen. Pöder kritisiert, dass diese Projekte einen fragwürdigen oder mehr als dürftigen Erfolg haben. Werbespots im deutschen Fernsehen könnte die SMG auch auf direktem Wege buchen oder dafür noch mit viel Geld irgendwelche Internetportale - die von der bestofmyworld ag oder von zoffel organisiert werden – zu finanzieren. Der Handel mit Fernseh-Werbezeiten, den die Firma Aegis Media betreibt, war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft für drei ehemalige Mitarbeiter besonders lukrativ: Über Tarnfirmen und Scheinrechnungen sollen sie Millionenbeträge in die eigene Tasche gewirtschaftet haben – die Staatsanwaltschaft Wiesbaden geht mittlerweile von 52 Millionen Euro veruntreuten Geldern aus. Dabei soll es um einen Handel mit so genannten Freispots im Fernsehen gehen, also kostenlosen Fernsehspots die im Zuge von größeren bezahlten Aufträgen von Fernsehsendern Medienagenturen sozusagen als Provision oder „Preisnachlass“ überlassen werden. Auch der Handel mit Zeitungs-Anzeigen soll dabei eine Rolle gespielt haben.Beim Handel mit den freien Fernsehwerbezeiten sollen Mitarbeiter der Firma Media Aegis rund 52 Mio. Euro über Tarnfirmen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Gegen Reinhard Zoffel von der mittlerweile zur Zoffel Steiger Gruppe umbenannten Agentur wird laut Informationen aus Deutschland und laut Medienmeldungen wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt. Der heutige Hessische CDU-Europaminister Volker Hoff und Rainhard Zoffel leiteten bis 2006 die Werbeagentur "Zoffel Hoff Partner" (ZHP). Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft sollte ZHP als "eine Art Durchlaufstation für Geldflüsse" der Werbeagentur Aegis Media gedient haben. Hauptbeschuldigter ist Andreas Ruzicka, einer der früheren Chefs des Werbeunternehmens Aegis Media. Er sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft. Ruzicka ist übrigens begeisterter Jäger, in Deutschland sagt man ihm nach, er genieße in Südtirol Jagdprivilegien. Vor über einem Jahr tauchten die Namen Zoffel und Hoff bei den Ermittlungen, die schon seit geraumer Zeit laufen auf. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Zoffel eingeleitet. Das Unternehmen Aegis - das pro Jahr ein Werbevolumen von 1,6 Milliarden Euro hat kauft im großen Stil Werbezeiten etwa bei privaten Fernsehsendern ein, mit dem Risiko auf einem Teil der Zeiten sitzen zu bleiben. Dieses Risiko honorieren die Sender mit großzügigen Rabatten, die Aegis zum Teil an seine Kunden weiter gibt. Die Agentur von Zoffel Hoff und Partner war eine der Aegis-Kunden, das Volumen lag angeblich bei bis zu acht Millionen Euro pro Jahr. Dem Anonymus ist das nicht entgangen. Es wird vermutet, dass die Aegis-Tochter Carat allein im Jahr 2004 Werbefreizeiten im Wert von zwei Millionen Euro an die Werbeagentur gegeben. Allein die Weitergabe rabattierter Werbezeiten von Aegis/Carat an Zoffel und Hoff wäre nichts Unrechtes gewesen. Bedenklich wäre dies erst, wenn die von Aegis mit Werbefreizeiten bedachte Agentur Gewinne machte mit den Rabatten. Für Südtirol relevant ist, ob Südtiroler Stellen bewusst oder unbewusst bei einem solchen Handel eine Rolle spielten. Auch der hessische Landtag befasst sich mit der Thematik, die dortige Opposition will unter anderem in einem Berichtsantrag wissen: „Liegen der Landesregierung oder der Staatsanwaltschaft Erkenntnisse darüber vor, dass die Agentur Aegis-Media der Agentur Zoffel-Hoff-Partner eine erhebliche Zahl von Freispots im Fernsehen zur Vermarktung zur Verfügung gestellt habe, deren Erlöse nicht an die Aegis- Media gingen, sondern bei der Agentur Zoffel-Hoff-Partner verblieben sind? 8. Wenn dies zutreffend ist, seit wann und in welchem Umfang ist der Landesregierung oder der Staatsanwaltschaft bekannt, welche Erlöse aus der Vermarktung der Freispots der Agentur Aegis-Media erzielt wurden und wie sich der Verbleib dieser Einnahmen bei der Agentur Zoffel-Hoff-Partner erklärt? 9. Liegen der Landesregierung oder der Staatsanwaltschaft Erkenntnisse darüber vor, dass Staatsminister Hoff als ehemaliger Geschäftsführer und Gesellschafter Kenntnis von diesen Vermarktungen von Freispots der Agentur Aegis-Media und der Vereinnahmung entsprechender Verkaufserlöse durch die Agentur Zoffel-Hoff-Partner hatte?“ Laut unbestätigten Informationen aus Deutschland soll auch die Werbetätigkeit in bzw. aus Südtirol eine Rolle bei den Ermittlungen spielen.
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