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Union stellt Initiativen zur Toponomastik vorEinen Gegengesetzentwurf im Landtag, eine Unterschriftensammlung der Jungen Union und Beschlussanträge für alle Gemeinderäte sind die drei Aktionen, welche die Union für Südtirol heute in Bozen im Rahmen einer Pressekonferenz zur Toponomastik vorgestellt hat. Der Gegengesetzentwurf der Union zum SVP-Vorschlag im Südtiroler Landtag sieht unter anderem die Streichung der faschistischen Ortsnamensdekrete und die Einführung der historisch gewachsenen Ortsnamen in Südtirol vor.
„Dabei gehe man nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten vor, es werden sowohl deutsche als auch ladinische und italienische Ortsnamen, die vor der Mussolini-Ära in Südtirol gebräuchlich waren wieder eingeführt“, erklärte Parteiobmann und Landtagsabgeordneter Andreas Pöder.
Der Bereichssprecher für Sprache und Kultur, Franz Gasser (ehemaliger Rittner Gemeindesekretär und Mitglied in der Arbeitsgruppe der Vereine für die Ortsnamengebung) kritisierte den SVP-Entwurf. Dieser gehe an der juridischen und historischen Realität vorbei. Das Namensgut könne niemals auf eine rein statistische Ebene reduziert werden, so Gasser. Franz Gasser: „Die Union für Südtirol lehnt den derzeitigen Gesetzesvorschlag der SVP zur Ortsnamenregelung entschieden und kategorisch ab, weil dabei im Wesentlichen die genannten faschistischen Ortsnamendekrete nicht abgeschafft werden und somit der Kulturfrevel saniert und sogar fortgesetzt würde, der Vorschlag auf keinerlei wissenschaftliche Gutachten und Richtlinien basiert und weil die Delegierung der sogenannten Miktotoponomastik an die Gemeinden ohne einheitliche wissenschaftliche Richtlinie erfolgt. Die Union für Südtirol fordert hingegen: - die Wiedergutmachung des faschistischen Unrechts und eine gerechte, klare und echte heimatbewußte, historische Lösung der amtlichen Ortsnamenregelung. - die Umsetzung der primären Gesetzesbefugnis laut Autonomiestatut und Erlaß des vorgesehenen Landesgesetzes mit dem die genannten faschistischen Ortsnamendekrete abgeschaft und zugleich die historisch gewachsenen deutschen, ladinischen (und eventuell italienischen) Orts- und Flurnamen (vor 1918 belegt) amtlich eingeführt werden mit gleichzeitiger Neufestlegung der eventuellen amtlichen Zweinanmigkeit oder Dreinamigkeit, sowie der Endonyme und Exonyme – und zwar auf der Grundlage der aufliegenden wissenschaftlichen, Erhebungen, Gutachten und Richlinien der Experten Dr. Egon Kühebacher (3 Buchbände), Dr. Glatthard (CH), Mag. Kollmann, RA.Dr. Lanzinger, UNI-Innsbruck und Arbeitsgruppe der Vereine, unter strikten Ausschluß der faschistischen Ortsnamendekrete.“ Jugendkoordinator Helmut Taber stellte eine Unterschriftenaktion für die historische Toponomastiklösung und gegen den SVP-Vorschlag vor. Diese Unterschriftenaktion wurde im Rahmen des letzten Landesjugendausschusses beschlossen und wird landesweit durchgeführt. Wenn der SVP-Vorschlag im Landtag genehmigt werden sollte, denke die Junge Union auch an die Durchführung einer abschaffenden Volksabstimmung. Der Bereichssprecher für Gemeindepolitik und Verwaltungsjurist Dr. Eduard Stoll stellte einen Beschlussantrag für die Gemeinderäte vor, mit welchem die Gemeinderäte eine klare Stellungnahme zur Toponomastik abgeben sollten. Ziel ist es, dass die Gemeinderäte den Landtag auffordern, die Toponomastikfrage endlich zu lösen, die faschistischen Dekrete abzuschaffen und die historisch gewachsenen Ortsnamen wieder einzuführen.
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Union für Südtirol
Garibaldistraße 6 39100 - BOZEN
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