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Jagdrecht im Nationalpark Stilfserjoch

Zu Recht flammt die Diskussion um das Jagdrecht im Nationalpark Stilfserjoch wieder auf. Die Bezirksobfrau Vinschgau der Union für Südtirol, Christine Taraboi-Blaas, stellt sich in ihrer Aussendung ganz hinter die Forderungen der Jägerschaft im Martelltal.
Nicht nur diesen, sondern auch den Jägern in den Nationalparkgemeinen Prad a. Stj. und Glurns wurde durch das im September 1982 vom Staatsrat gefällte Urteil die Ausübung der durch Jahrhunderte hinweg zur Tradition gewordenen Jagdrecht genommen, so Taraboi-Blaas.
Durch die starke Besiedelung und besonders durch die in den letzten Jahrzehnten erfolgte wirtschaftliche Erschließung des Parks bedarf es jedoch über die Tradition hinweg auch einer wichtigen und notwendigen Wildregulierung durch die Jagd. Im Jahre 1935 wurde der Nationalpark Stilfserjoch vom faschistischen Regime der damaligen Bevölkerung aufgezwungen. Obgleich dies ohne Befragung der Bevölkerung geschah, durfte das Jagen mit mehrmaligen Änderungen der Reviergrenzen bis 1982 ausgeübt werden, bis es mit obgenannten Gesetz endgültig verboten wurde. Seither versucht die Jägerschaft immer wieder, sich ihr Jagdrecht wieder zurückzuholen. Erfolglos bisher.
Sieht man sich die Definition des Begriffes Nationalpark, vereinbart anlässlich der 10. Hauptversammlung I.U.C.N. im Nobember 1969 in Neu Dehli in gekürzter Form an, so ist die Unsinnigkeit eines Nationalparks Stilfserjoch deutlich zu erkennen, so Taraboi-Blaas. Diese Definition sagt nämlich, dass ein Nationalpark eine verhältnismäßig große Fläche ist, wo eines oder mehrere Ökosysteme durch menschliche Nutzung oder Besiedelung nicht wesentlich geändert werden dürfen, wo die höchste zuständige Stelle des Landes Schritte unternommen hat, sobald wie möglich die Nutzung oder Besiedelung im ganzen Gebiet zu verhindern oder zu eliminieren, wo Besucher nur unter besonderen Bedingungen zur Anregung, Bildung, Erholung und zu kulturellen Zwecken zugelassen werden. Demzufolge werden die Regierungen aufgefordert nicht als Nationalpark zu bezeichnen eine bewohnte und genutzte Fläche.
Allein diese Definition zeigt, auf welch schwachen Füssen der Nationalpark Stilfserjoch steht. Denn eine Besiedelung gab es bekannterweise bereis vor Errichtung desselben. Die wirtschafltiche Nutzung des Parks, sei es in der Forstwirtschaft, bei der Wasserkraft, in der Landwirtschaft oder auch im Tourismus ist in vollem Gange. Allein die Jagd wurde verboten, mit dem Hinweis auf den Nationalparkstatus.
Die derzeitig praktizierte Wildregulierung ist ein Schlag in jedes Jägergesicht, so die Bezirksobfrau. Denn Jäger sein heißt nicht nur Tiere laut Jagdplan zu schießen, sondern auch Hege zu betreiben. Und eine auf so kurze Zeit begrenzte wenn auch kontrollierte Wildregulierung kann eine über jahrhunderte lang gewachsene Jagdtradition nicht ersetzen.
Deshalb unterstützt die Bezirksobfrau der Union für Südtirol das Bestreben der Jägerschaft im Nationalpark Stilfserjoch, ihr Jagdrecht wieder zu erlangen und fordert die Verantwortlichen in der Politik dazu auf, alles zu versuchen, damit diese Forderung auch Erfolg hat.

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