Wer in der Gemeinde Graun wohnhaft ist, hat häufig das Gefühl, dass jedes
Interesse des Landes sich einzig auf die Stromausbeute bezieht. Vor allem wenn
man an die öffentlichen Verkehrsmittel denkt, so spürt man diese
Stiefkindsituation. An Sonn- und Feiertagen ist es leicht möglich, dass man
Wartezeiten von bis zu zwei Stunden in Kauf nehmen muss um von Mals ins Oberland zu gelangen. Speziell in den Abendstunden kann es vorkommen, dass man in Mals am Bahnhof steht und Bahnhof versteht, denn nichts geht mehr.
Doch nicht nur von unten nach oben, auch umgekehrt kommt es zu unangenehmen Überraschungen. Da fährt man am Vormittag mit dem Bus nach Mals, um bei der Ankunft festzustellen, dass der Zug bereits vor fünf Minuten abgefahren ist.
Nicht jedoch, weil der Bus sich verspätet hat, sondern weil das so geplant ist.
Das mindeste was dem Oberland zusteht ist eine stündliche Anbindung an den Zug.
Das Argument, dass das nicht rentabel ist gilt nicht, denn öffentlicher Verkehr
ist nun mal nicht gewinnbringend, sondern wird mit Steuergeldern finanziert.
Auch mit den Geldern der Oberländer. Hinzu kommt, dass die geringe Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht auf die Bequemlichkeit der Bürgerinnen und
Bürger hinausentschuldigt werden kann, sondern auf die Kappe schlechter Planung geht.
Busse sind zu groß, Fahrzeiten umständlich für den Nutzer, Wartezeiten und
Verbindungen außerhalb der Grenzen des zumutbaren.
Wir von der UNION für Südtirol fordern daher mit Nachdruck umgehenst eine Lösung herbeizuführen.
Wir brauchen keine neuen Studien, keine neuen Vertröstungen und
keine fadenscheinigen Ausreden.
Die Oberländer haben das Recht auf die gleichen Möglichkeiten wie der Rest der
Steuerzahler, so Gemeinderat Theo Noggler abschließend.