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Südtiroler Wipptal

Ratschings Freienfeld Brenner Sterzing Pfitsch Franzensfeste
           
           
           
Südtiroler Wipptal
Im südlichen Wipptal, mit einer Fläche von 65.042 ha und 17.849 Einwohnern, Stand Volkszählung 2000, liegen heute die sechs Gemeinden Brenner, Franzensfeste, Freienfeld, Pfitsch, Ratschings und Sterzing, die seit Oktober 1979 zur Bezirksgemeinschaft Wipptal zusammengeschlossen sind.
Panorama
Geschichtliches:

Pässe verbinden, sie trennen nicht: so auch der Brennerpass. Das Wipptal, eine historisch und geographisch gewachsene Einheit, erstreckt sich vom Matreiwald über die Brennerfurche bis zur Brixner Klause. Es wurde früher in der politischen Verwaltung von den Gerichtsbezirken Sterzing und Steinach abgegrenzt. Der in den Brennersee mündende Vennbach bildete bis 1919 die Grenze zwischen den beiden Gerichten. Diese Grenze ist bis heute in der Pfarrgemeinde Brenner noch erhalten geblieben. Die Bezeichnung Wipptal entwickelte sich nach dem Sprachwissenschaftler Egon Kühebacher aus dem Namen einer vordeutschen Siedlung am Talhang unterhalb von Thuins bei Sterzing. Bis ins 14. Jahrhundert galt der Name nur für den Umkreis von Sterzing, dann dehnte er sich auf das obere Silltal aus. Die Wurzel des Namens Wipptal liegt also im Sterzinger Raum. 980 finden wir ein „vallis Vipitina“, 1170 „Wibital“ und „Wipetwald“ (mitten im Wald), und im Jahre 1200 „Wiptal“.Die damalige Gegend muss man sich ganz anders vorstellen als die heutige. Früher sprach man von den „beiden Mittewalden“, auch vom „Wibetwald“, womit man die im Mittelalter dicht bewaldete Passfurche meinte, in der es mehrere Seen gab, von denen heute nur mehr der Brennersee zu sehen ist. Durch die 1919 gezogene Grenze am Brenner ist der Name Wipptal für das gesamte Passtal weitgehend aus dem Sprachgebrauch genommen und durch „Oberes Eisachtal“ ersetzt worden. Der Name Wipptal fand bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts beinahe nur mehr für das Silltal Verwendung. Dann erlebte der Name auch südlich des Brenners, wo er eigentlich herkommt, eine Neubestätigung. Bis 1919 sprach man allgemein von einem „Unteren Wipptal“ (Bezirk Steinach) und einem „Oberen Wipptal“ (Bezirk Sterzing). Diese Bezeichnung ergab sich aus der Einteilung des Tales in die Gerichtsbezirke Sterzing und Steinach, die bis zum Vertrag von Saint Germain bestanden haben. Da der Brenner damals politische Grenze zwischen Österreich und Italien wurde, eigneten sich die Begriffe „Oberes“ und „Unteres Wipptal“ nicht mehr im alten Sinne und wurden durch die Bezeichnungen „Südliches“ und „Nördliches Wipptal“ ersetzt. Das nördliche Wipptal reicht vom Brennersee bis zum Matreiwald und umfasst insgesamt elf Gemeinden: die beiden Marktgemeinden Steinach und Matrei am Brenner sowie Gries am Brenner, Gschnitz, Mühlbachl, Navis, Obernberg, Pfons, Schmirn, Trins und Vals. Die Gemeinden nördlich des Brenners wurden nach ihren alten Formen und in ihren Grenzen aus der k.k.-Zeit belassen, während die vielen Kleingemeinden im südlichen Wipptal in den Jahren 1928 und 1929 zu den heute bestehenden sechs Gemeinden zusammengeschlossen wurden. Mit dem Beitritt Österreichs zur EU und durch das Schengener Abkommen wurde die Grenze am Brenner wieder durchlässiger: Am 1. April 1998 fielen die Grenzbalken am Passort und mit ihnen die Symbole der Trennung.


  

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